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Studieren ohne Abitur

Hochschulzugang für qualifizierte Berufstätige (ohne HZB)

Im Thüringer Hochschulgesetzes (ThürHG vom 21.12.2006), zuletzt geändert durch den Artikel 2 des Gesetzes vom 16. April 2014 (GVBl. S. 134), werden zwei Möglichkeiten angeboten, qualifizierten Berufstätigen ohne Hochschulzugangsberechtigung (HZB) ein Studium zu ermöglichen. Beachten Sie bitte die nachfolgenden kurzen Erläuterungen:

1. Hochschulzugang mit einer beruflichen Qualifizierung

Neben den bisherigen Möglichkeiten, mit einer erfolgreichen Meisterprüfung bzw. einer erfolgreichen Techniker- sowie Betriebswirtausbildung (staatlich geprüft) nach ThürHG § 60 Abs. 1 Nr. 3 b) und c) den Hochschulzugang zu erreichen, soll künftig auch bei Vorliegen der einer Meisterprüfung gleichwertigen Fortbildung (mind. mit 400 Stunden) im erlernten Beruf nach dem Berufsbildungsgesetz, nach der Handwerksordnung oder nach einer sonstigen öffentlich-rechtlichen Regelung der direkte Hochschulzugang eröffnet werden.

Dazu benötigt die EAH Jena Folgendes: Bestätigung über die Dauer der beruflichen Fortbildung, Nachweis des Inhaltes sowie der Abschlussnote der Fortbildung. Die bisherige „Zentrale“ Eingangsprüfung nach § 63 ThürHG wurde mit Wirkung vom 31.12.2008 abgeschafft. Stattdessen wurde eine „Hochschuleigene“ Eingangsprüfung aufgenommen, die künftig jede Hochschule für sich regeln und organisieren kann. Dies bedeutet, dass sich potentielle Bewerber (abgeschlossene Berufsausbildung, mindestens drei Jahre Berufstätigkeit)  ab 01.01.2009  nur an die Hochschule in Thüringen wenden müssen, an der sie künftig auch studieren wollen. Die Fachbereiche der EAH Jena haben sich dafür ausgesprochen, dass z.Z. keine „Hochschuleigene“ Eingangsprüfung angeboten wird.

2. Hochschulzugang durch ein „Studium auf Probe“ (ab SS 2016)

(§ 63, Absatz 1; ThürHG vom 21.12.2006, zuletzt geändert am 18.07.2014) 

Beruflich Qualifizierte ohne Hochschulzugangsberechtigung, die über eine durch Bundes- oder Landesrecht geregelte und erfolgreich abgeschlossene mindestens zweijährige Berufsausbildung in einem zum angestrebten Studiengang fachlich verwandten Bereich verfügen und anschließend eine mindestens dreijährige hauptberufliche Berufspraxis in einem zum angestrebten Studiengang hinreichend fachlich verwandten Bereich nachweisen, können sich zum  Studium auf Probe bewerben.

Der Studienbewerber muss sich vor Beginn des Studiums durch einen Studienfachberater im  Fachbereich über das Studium auf Probe beraten lassen. Dazu ist der Bewerbungsbogen mit den erforderlichen Zeugnissen und Nachweisen vorzulegen. Die Ergebnisse der Beratung sind in einem Beratungsnachweis schriftlich festzuhalten. Die fachliche Studienberatung erfolgt im aktuellen Bewerbungssemester. Die Namen der Ansprechpartner sind im Studierendensekretariat bzw. im zuständigen Dekanat des Fachbereiches zu erfragen. Mit der Bewerbung zum Studium auf Probe muss der Bewerber diesen Beratungsnachweis (15.07./15.01 des Bewerbungsjahres) einreichen.

In zulassungsbeschränkten Studiengängen gilt die Note der beruflichen Qualifikation nach § 1 Abs. 1 als Zulassungskriterium. Für den Studierenden auf Probe gelten die Studien- und Prüfungsordnung des jeweiligen Studienganges, soweit die Bestimmungen auf das Studium auf Probe anwendbar sind und in dieser Satzung keine abweichenden Regelungen getroffen werden. Mit Ablauf der Probestudienzeit (maximal 2 Semester) müssen die in den Prüfungsplänen (Anhang zur Prüfungsordnung) der Studiengänge für die Probestudienzeit vorgesehenen Credits im Umfang von mindestens 50 % bzw.   50 % der angebotenen Prüfungen erreicht werden. Nach Ablauf der Probestudienzeit erfolgt die Entscheidung über die endgültige Einschreibung. Liegen die Voraussetzungen für die Fortsetzung des Studiums nach § 5 Abs. 2 vor, so erfolgt eine Immatrikulation in dasjenige Fachsemester, welches den im Probestudium erbrachten Leistungen entspricht; dies kann auch das auf die Probestudienzeit folgende Fachsemester sein. Den Studierenden, die das Studium fortsetzen, werden die bisher erbrachten Leistungen angerechnet. Sind die Voraussetzungen nicht erfüllt, ist der Studierende fachlich zu exmatrikulieren. Eine erneute Immatrikulation zum Studium auf Probe im gleichen Studiengang ist nicht möglich. Bewerber sollten sich unbedingt beim BAföG-Amt zu den Details seiner möglichen Förderung erkundigen. Näheres regelt die „Satzung zum Probestudium“ (EAH Jena Verkündungsblatt, Jahrgang 13/Heft 48/Dezember 2015).

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